Informationen & Berichte 2022

Theresa Hölscher aus unserer Gemeinde St. Mauritius in Hausdülmen absolviert seit Mitte September 2021 ein freiwilliges soziales Jahr in Jasikan / Ghana. Dort engagiert sie sich besonders für benachteiligte Schülerinnen und Schüler.

In der WDR-Lokalzeit berichtet sie über ihre Arbeit in der Schule in Nsuta. Mit welchen Schwierigkeiten der Freiwilligendienst des Bistums in Zeiten der Pandemie zu kämpfen hat, beschreibt auch Kirche+Leben.

Seit einigen Jahren ist Theresa bereits im Eine-Welt-Kreis der Gemeinde aktiv.

 

Am 17. Januar feiern wir das Fest des hl. Antonius, dem Merfelder Kirchenpatron. Dieser zog im 3. Jahrhundert auf radikale Weise aus der Lektüre des Evangeliums den Schluss, sein Vermögen aufzugeben und den Rückzug in die Wüste zu suchen. 

Im Gottesdienst, der anlässlich des Gedenktages in der Antoniuskirche gefeiert wurde, nimmt Pfarrdechant Markus Trautmann in seiner Predigt >>> den Heiligen in den Blick.

Steinerne Erinnerungen auf dem Dülmener Kirchplatz. 

Das Bodendenkmal „Lateinschule“ ist das älteste Zeugnis für das Schulwesen in Dülmen. Ihre Lage unweit von St. Viktor ist noch im sogenannten „Urkataster“ von 1825 erfasst.

Nach Auskunft von Archäologen Dr. Gerard Jentgens wurde die Schule vermutlich 1323 gleichzeitig mit dem Stiftskapitel eingerichtet. „Schon für das Jahr 1325 erfährt man, dass dort ein Rektor namens Alhardus tätig ist“, weiß Jentgens zu berichten. Lateinschulen wurden zunächst von kirchlicher Seite gegründet und entstanden an Bischofssitzen, Klöstern oder eben Stiften. Entsprechend lagen die Schulen meist dicht bei den Kirchbauten. Sie dienten in erster Linie der Ausbildung des kirchlichen Nachwuchses, der Kleriker. Bald aber sah auch die städtische Öffentlichkeit die Notwendigkeit, die Heranwachsenden zu bilden, beispielsweise im Hinblick auf zukünftige Verwaltungsmitarbeiter. Auch in Dülmen beteiligte sich die Stadt spätestens seit 1434 an der Finanzierung der Lateinschule bzw. der Lehrkräfte.

Aus späterer Zeit gibt es eine knappe Beschreibung des Schulgebäudes, die zwei große und einen kleineren Raum erwähnt. Der archäologische Befund zeigt im Erdgeschoss eine Gliederung durch eine Quermauer, durch die die Grundfläche im Verhältnis von etwa 1:2 geteilt wird. Ferner konnten die Eingangsbereiche und der Standort des Kamins freigelegt werden. „Die relativ geringe Breite des Fundaments aus großformatigen Backsteinen weist darauf hin, dass die Dülmener Schule ein Fachwerkgebäude war“, vermutet der Archäologe. 1831 wurde das in die Jahre gekommene Schulgebäude, in dem Jungen und Mädchen unterrichtet wurden, zum Abbruch verkauft und ein neues Gebäude an der Münsterstraße errichtet. 

Der Kirchenvorstand von St. Viktor hatte im Jahr 2021 entschieden, die Spuren dieser wichtigen und über Jahrhunderte wirkende Bildungseinrichtung neu ins öffentliche Bewusstsein zu bringen und in die Neugestaltung des Kirchplatzes einzubeziehen. Im Januar 2022 wurde damit begonnen, den Verlauf der Fundamente, das noch weitgehend im Erdreich erhalten ist, oberirdisch darzustellen. Dazu wird in der Art einer Intarsie künftig ein steinernes Band aus Grauwacke die Rasenfläche unter den alten Lindenbäumen durchziehen. Darüber hinaus wird an  vier Stellen durch mächtige Steinblöcke der Verlauf der Wände bzw. der Hausecken in eine Höhe vor rd. 50 cm dargestellt. 

Ein ganz besonderer Hinweis auf die Dülmener Schule am Kirchplatz findet sich übrigens in den Visionen der seligen Anna Katharina Emmerick, wie sie Clemens Brentano im November 1819 in sein Tagebuch notiert: „Hier auf dem Kirchhof zwischen Schule und Kirche, links von der Kirche, liegt etwas tief ein ganz erhaltener und unbekannter Leichnam einer Seligen. Es wurde mir gezeigt, wie er dennoch den oben Herübergehenden Schutz und Nutzen bringt.“

Am 1. Januar hat Christophe Knabe seinen Dienst als koordinierender Kirchenmusiker in der Pfarrei St. Viktor aufgenommen.

In seiner letzten Stelle im Erzbistum Köln hat der 38jährige Kirchenmusiker, der eine Ausbildung zum Kirchenmusiker und zum Konzertpianisten in Düsseldorf absolviert hat, viele Projektarbeiten geleitet. Auch bei uns möchte der gebürtige Luxemburger an dieser Art von Zusammenarbeit festhalten. Knabe ist der Meinung, den jungen Menschen gefällt es weniger gut, sich zu binden. Wichtiger als die verbindliche Arbeit in einem Chor erscheint es ihm, viele Menschen anzusprechen und mitzunehmen, ohne dass sie den Glauben teilen müssen. Das einsA, in dem die Chorproben stattfinden, ist seiner Meinung nach dafür ideal.
Bereits Ende November war Christophe Knabe für eine Woche in Dülmen, um die ersten Kontakte zu knüpfen.

Eine dreistündige Messe im Freien, ein Geschenkewettbewerb und eine Prozession mit der Figur der Mutter Gottes – in seinem indischen Heimatdorf Veerapalli ist Pater Charly Mitta mit anderen Weihnachtstraditionen aufgewachsen, als die in Deutschland üblichen. Vor vier Jahren kam er nach Dülmen. „Hier wird auch die Adventszeit gefeiert beispielsweise mit Weihnachtsmärkten. Das gibt es in Indien so nicht“, erläutert der 39-Jährige. „Viele christliche Rituale sind aber gleich.“

Aufgewachsen ist er in dem Dorf Veerapalli in Südindien, das vor 90 Jahren von christlichen Missionaren gegründet wurde. Heute leben 300 Familien dort. Das ganze Dorf feiert an Weihnachten mit und die Häuser sind festlich geschmückt. Ähnlich wie in Deutschland finden die Hauptfeierlichkeiten auch an Heiligabend statt. In der Durchführung gibt es aber große Unterschiede: Ganze drei Stunden lang ist die Messe mit einer 1,5-stündigen Predigt. Zusätzlich gestaltet wird die Messe durch Musik und Gesang und unter anderem mit Trommeln unterstützt. Zuvor findet ein Krippenspiel statt, das die Jugendlichen durchführen. „Es sind so viele dabei anwesend, dass der Platz in der Kirche nicht ausreichen würde und die Messe deswegen draußen stattfindet“, beschreibt der Pater. Bei hohen Temperaturen von bis zu 35 Grad ist das Frieren dort ausgeschlossen.
Nach der Messe küssen alle Anwesenden die Figur des neugeborenen Jesus und erhalten einen Segen. Anschließend veranstaltet die Gemeinde eine Prozession mit der Maria-Figur durch das ganze Dorf. Dabei wird gesungen und getanzt. Auch Angehörige anderer Religionen wie beispielsweise Hindus kommen zu diesem Teil der Weihnachtsfeierlichkeiten. Der Heiligabend bildet den Höhepunkt des Weihnachtsfestes. „Am nächsten Tag sind dann alle müde“, schmunzelt Charly Mitta. Am meisten gefällt ihm, dass gemeinsam gefeiert wird. „An Weihnachten kommen alle zusammen und kochen, reden und essen gemeinsam. Das ist großartig“, sagt er.

Das Essen spielt eine große Rolle. Meistens gibt es ein Reisgericht mit Fleisch. Vorfeld werden außerdem Lebensmittel gesammelt und diese werden am ersten Weihnachtstag vor der Kirche gemeinsam verkocht und als Gericht ausgegeben – vor allem an arme Menschen. Die Kinder wünschen sich hauptsächlich neue Kleidung zu Weihnachten und die Eltern geben ihr Bestes diesen Wunsch zu erfüllen. Nicht immer haben sie dafür jedoch genug Geld. „Das finde ich in Deutschland schön, dass jeder ein Geschenk bekommt“, sagt Charly Mitta.
Eine besondere Möglichkeit an ein Geschenk zu kommen gibt es aber in Veerapalli: In der Vorweihnachtszeit findet ein Wettbewerb statt, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in kleinen Spielen ihr Können unter Beweis stellen und als Gewinner an Heiligabend ein kleines Präsent erhalten. Die Spiele variieren je nach Alter und Geschlecht. So balancieren die Frauen beispielsweise mit einem Löffel eine Flüssigkeit, ohne sie zu verschütten oder fädeln möglichst schnell Garn in eine Nadel ein. Für die Männer stehen eher sportliche Wettkämpfe wie Rennen oder Volleyball auf der Tagesordnung.

„Nicht überall in Indien wird jedoch so Weihnachten gefeiert wie bei uns im Dorf. Es gibt große Unterschiede je nach Gegend“, betont der Pater. Und so wie er es aus seiner Kindheit gewöhnt ist, wird das Dorf in diesem Jahr auch leider nicht feiern können. Nicht nur die Corona-Pandemie hat für Veränderungen und verstärkte Armut gesorgt. Nach einer großen Dürre gab es in diesem Jahr Überschwemmungen, die den Bewohnerinnen und Bewohner große Schwierigkeiten bereiten.

 

Logo DuelmenPlus Bericht und Foto: DülmenPlus, Lena Riekhoff

Keller Pins vollständig freigelegt. 

Am Freitag vor dem 4. Advent wurde noch einmal schweres Gerät am Anna-Kindergarten aufgefahren: Um den archäologischen Fund „Keller Pins“ für das nach Weihnachten beginnende Wirken der Bauhandwerker vorzubereiten, wurden die noch vorhandenen Mauerstümpfe nun erstmals vollumfänglich freigelegt. Dabei kamen historische Holzbohlen zum Vorschein, die einst den Fußbodenbelag bildeten. „Diese Bretter wird man auf Dauer nicht erhalten können“, erklärt Archäologe Dr. Gerard Jentgens. „Der Fußboden wird künftig mit gebrannten Fliesen ausgelegt werden.“ Überrascht zeigten sich die Ausgräber von einer unerwarteten Mauernische an der Ostwand des alten Kellergeschosses aus dem 18. Jahrhundert. „Wir werden bald noch einmal neu und dann endgültig entscheiden müssen, welchen Ausschnitt das archäologische Bodenfenster dem Betrachter präsentieren wird“, erklärt Pfarrer Markus Trautmann. „Vom Gehweg aus wird die Blickachse noch günstiger ausfallen als bisher vermutet.“ Und noch eine archäologische Erkenntnis gilt es zu vermelden: Aus der Zeit der Pfadfinderkellers in den 1950er Jahren wurden Reste von Illustrierten und einige Saftflaschen ans Tageslicht befördert, ferner einige Eierkohlen aus dem Heizöfchen der Büchereibaracke. – In den nächsten Tagen wird eine provisorische Abdeckung aufgebaut, damit über die Jahreswende die Grabungsstelle trocken bleibt.

Fotos: Petra Hagemann

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