Informationen & Berichte 2021

Gedenkstein

Wie nach 76 Jahren ein Zufallsfund das Schicksal zweier Soldaten aufklärte

Die kleinste, offizielle Kriegsgräberstätte in Deutschland? Die befindet sich in Merfeld. Hier ruhen Horst Ullmann und Otto Schulz. Die beiden Männer waren am 26. März 1945 mit ihrem Flugzeug im Bereich der Lavesumer Straße abgeschossen worden - so zumindest jahrzehntelang die Überlieferung im Dorf. Nur: Diese Erzählung stimmt nicht. Was wirklich mit ihnen geschah, davon berichtet seit dieser Woche eine Gedenktafel an den Gräbern. Genau 76 Jahre nach dem Tod der beiden Soldaten erzählt sie ihre Geschichte.
Hildegard Stegehake, Paul Frerick, Justin Maasmann und Pfarrer Markus Trautmann haben sich auf dem Friedhof versammelt. Das Quartett berichtet, wie es in den vergangenen Monaten dem Schicksal von Ullmann und Schulz nachgespürt hat. Tatsächlich, so sagt Maasmann, habe die Pandemie diesmal zumindest einen positiven Aspekt gehabt. „Die ganze Corona-Geschichte hat uns mehr Zeit gegeben, alles gründlich aufzuarbeiten.“ Denn eigentlich sollte die Gedenktafel bereits 2020, 75 Jahre nach Kriegsende, angebracht werden. Eine Gedenkveranstaltung war geplant, als die Pandemie für eine Absage sorgte.

Nachfragen von Trautmann hatten bereits zuvor dazu geführt, dass sowohl Maasmann als auch Stegehake begannen, bei Zeitzeugen nach den Geschehnissen in diesen letzten Kriegstagen in Merfeld zu recherchieren. Und zunächst, so erläuterte Maasmann, schien sich die Erzählung vom Flugzeugabsturz zu bewahrheiten. Bis einer der Befragten, der als Kind nach dem Krieg nahe der Lavesumer Straße aufwuchs, davon berichtete, dass die Soldaten nicht abgestürzt seien, sondern in ihrem Auto von Tieffliegern getötet worden waren.

Um weitere Auskünfte zu bekommen, schrieb Trautmann sowohl die Kriegsgräberfürsorge als auch die Wehrmachtsauskunftsstelle an - ohne Erfolg. Die Idee dahinter: Herausfinden, zu welcher Waffengattung Ullmann und Schulz gehörten. Neben der Aussage des Zeitzeugen fand sich in den Dülmener Heimatblättern ein Hinweis, dass sie wohl nicht zur Luftwaffe gehörten - der Tod bei einem Absturz also unwahrscheinlich war. Und zumindest das sollte auf der Gedenktafel stehen.

Doch dann bekamen Trautmann, Maasmann und Stegehake überraschend Hilfe: Als die drei sich am Grab treffen wollten, baten sie Paul Frerick dazu. Denn der Merfelder, langjähriges Mitglied im Kirchenvorstand, kümmerte sich jahrelang um den Friedhof. Vor dem Treffen stöberte Frerick im Pfarrarchiv - und stieß hier auf Briefe von Merfelds einstigem Pfarrer Josef Wieling. Briefe an die Familien von Horst Ullmann und Otto Schulz. Briefe, die keinen Zweifel mehr am Schicksal der beiden Männer lassen.

So hatten Oberstleutnant Ullmann, 49 Jahre alt, und sein vier Jahre jüngerer Fahrer, Obergefreiter Schulz, Ende März ihr Quartier in Lavesum aufgeschlagen. Am 26. März inspizierte Ullmann die ihm unterstellte „Frontleitstelle“ in Merfeld. Trotz der Warnungen der Soldaten (es seien gerade viele Tiefflieger unterwegs) fuhren sie noch im Hellen zurück nach Lavesum. Ungefähr auf halber Strecke griffen Tiefflieger an, die Soldaten wurden tödlich verwundet. Kurz vor Ostern setzte man sie auf dem Merfelder Friedhof bei. „Das zerschossene Auto lag noch im Januar 1946 im Graben“, ergänzt Frerick.

„Der Fund im Pfarrarchiv war der Schlüssel“, freut sich Trautmann. Akribisch habe der einstige Pfarrer Wieling den Schriftverkehr mit den Angehörigen abgeheftet. Interessant war vor allem ein Brief des Pfarrers an Ullmanns Witwe aus Januar 1946. Anneliese Ullmann hatte wegen einiger Ungereimtheiten zum Tod ihres Mannes die Hoffnung, dass eine Verwechslung vorlag. Daher bat sie den Pfarrer um Details. Der erfüllte diesen Wunsch - und schildert ausführlich, was an jenem 26. März 1945 auf der Straße von Merfeld nach Lavesum und im Anschluss mit den Leichen geschehen war. Auch war es Wieling, der den hochbetagten Eltern von Otto Schulz, die bei Uelzen lebten, im Dezember 1945 vom Schicksal ihres Sohnes berichtete. Deren Antwort-brief zeigt deutlich, wie viel es ihnen bedeutete, dass die „quälende Ungewissheit“ endlich ein Ende habe. Und Wieling versicherte den Angehörigen, dass die Merfelder sich um die Grabpflege kümmern würden.

Das tut die Gemeinde bis heute - und hat jetzt zusätzlich die auf einem Stein befestigte Gedenktafel aufgestellt. Einerseits, um die wahre Geschichte der beiden Verstorbenen zu erzählen, so Hildegard Stegehake. Und andererseits soll Deutschlands kleinste Kriegsgräberstätte „die nachfolgenden Generationen zum Frieden mahnen“, wie es auf der Tafel heißt.

Das Gelübde
Bereits während der Dankprozession im vergangenen Jahr war erstmals über die neuen Erkenntnisse zum Tod der beiden Soldaten berichtet worden. Die Prozession, die immer zehn Tage nach Pfingsten stattfindet, geht zurück auf ein Gelübde von 1944, dass die Merfelder auf Drängen von Pfarrer Josef Wieling abgelegt hatten: So sollte die Prozession ein Dank dafür sein, falls Merfeld im Krieg verschont bleiben würde. Was die Häuser anging, so stimmte dies auch, berichtet Markus Trautmann. Aber: Rund 90 Dorfbewohner starben im Zweiten Weltkrieg, was rund zehn Prozent der Einwohner Merfelds entspricht. Nirgendwo sonst in der Region sei der Anteil der Kriegstoten an der Gesamtbevölkerung so hoch gewesen, ergänzt der Pfarrer.

 

Bericht und Bilder der Dülmener Zeitung, Kristina Kerstan

DZ Icon 

Nach langer Zeit einen Gruss aus Perú an den Perú Kreis in Dülmen.

Noch stehen wir weiterhin unter dem „Banne“ des Coronovirus. Unsere Schulen bleiben vorerst bis zum 15. April geschlossen; was dann kommt wissen wir noch nicht.

Auch Pater Elías war ziemlich „abwesend“ oder besser gesagt, in der Hilfe um andere beschäftigt. Er rief vor kurzem an und sagte mir, dass das „comedor“ noch nicht geöffnet werden kann, weil ihm eine Köchin fehlt und schlug vor, wieder Pakete mit Lebensmittel anzufertigen und zu verteilen. Ich habe gleich zugesagt und ihm gleich 6,250 Soles überwiesen für 50 Lebensmittel-Pakete. Sie wurden in der vergangenen Woche verteilt. Er schrieb mir am Freitag, dass jedes Paket um die 50 Kg Lebensmittel enthält. Damit haben die Leute jetzt ein paar Wochen zu essen.  

Elías und alle Mütter danken dem Perúkreis und allen Spendern für die großartige Hilfe. Ich schließe mich an.

Schwester Bernita, msc

Zerstörung Dülmens

An diesem Wochenende jährt sich die Zerstörung Dülmens am 21. und 22. März 1945 durch Bombardements der Alliierten  zum 76. Mal.
Einer der damaligen Zeitzeugen ist Josef Waltring. Wie er diese apokalyptischen Tage erlebte und überlebte, hat er Pfarrdechant Markus Trautmann erzählt, der die Erinnerung Waltrings >>> aufgeschrieben hat.

Die Zentralrendantur im Dekanat Coesfeld und Dülmen sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt mehrere einsatzfreudige, zielstrebige und kirchlich engagierte Verwaltungsangestellte für verschiedene Bereiche mit unterschiedlichem Beschäftigungsumfang. Die genauen Ausschreibungen finden Sie auf der Internetseite der Rendantur >>>

Emmerick

Am Montag, dem 9. Februar 1824, starb im Alter von 49 Jahren Anna Katharina Emmerick, die „Mystikerin des Münsterlandes“. Im Beisein einer unüberschaubaren Menschenmenge wurde sie am Freitag, dem 13. Februar 1824, zu Grabe getragen. Einige Gedanken >>> aus dem diesjährigen Gedenkgottesdienst in St. Viktor laden gerade in diesen Tagen zur Betrachtung ein!

Coronahilfe

Wenn in dieser Woche die Briefe mit der Einladung zur Corona-Impfung die Über-80-Jährigen erreichen, können sie sich an die Coronahilfe wenden, wenn sie dazu Unterstützung benötigen, d.h. wenn sie dafür auf keine familiäre oder sonstige Unterstützung zurückgreifen können. Vorwiegend geht es bei dieser Unterstützung um den Fahrtdienst zum Impfzentrum am Gecko (genauer: Die Fahrt dorthin, das Warten und Bereitstehen vor Ort und die Fahrt zurück.). Aber auch wenn bei der Organisation des Termins vorab Unterstützungsbedarf besteht, können die Ehrenamtlichen helfen (natürlich nur telefonisch: Hausbesuche sollen nicht sein, der direkte Kontakt soll nur an dem Impftag bestehen). Für ausreichenden Schutz der zu Impfenden wie auch der Ehrenamtlichen wird gesorgt.

Diakon Ralf Kernbach vermittelt den Kontakt zwischen Ehrenamtlichen und Impf-Willigen. Bei ihm können sich Interessierte telefonisch melden: Montag-Freitag in der Zeit von 9-14 Uhr: Telefonnummer: 913515. 

Alle Infos im Überblick >>>

Am 17. Januar ist der Gedenktag des Heiligen Antonius. Schwienetüns, wie es im Münsterland heißt, wird besonders in Sankt Antonius in Merfeld gefeiert.

Die Kita St. Antonius hat die Geschichte aufgenommen. 37 Kirchen tragen im Bistum Münster den Namen des Heiligen.

Sternsinger

Sternsinger in Merfeld sammeln über 2000 Euro.

Das 100. Auto, das am vergangenen Samstagmittag um die Kirche St. Antonius gefahren kam, war das Auto von Familie Höing!
Insgesamt waren es an diesem Vormittag 117 Autos, oft besetzt mit ganzen Familienmitgliedern, die die Sternsinger-Aktion zu Gunsten des Kindermissionswerkes unterstützt haben.
Das Vorbereitungsteam, das sich zusammensetzt aus Ulla Sommer, Heike Borchers, Franzi Winkelkotte, Maria Greive und Laurin Büning ist deshalb mehr als zufrieden mit der Durchführung der Aktion, die in diesem Jahr aufgrund des Corona-Virus ganz anders, nämlich kontaktlos, geplant werden musste. 

„Wenn die Sternsinger nicht von Haus zu Haus ziehen dürfen, dann sperren wir einfach die Straße und lenken die Merfelder in ihren Autos rund um die Kirche, damit sie sich den Segen abholen können!“ – so die Idee vom Sternsingervorbereitungs-Team.
Gesagt, getan: die Straßensperren waren von Heiner Borchers, Josef Greive, Ansgar Espeter, Andreas und Marina Greive schnell organisiert und aufgebaut.
An verschiedenen Stationen konnten die Autos  dann rund um die Kirche anhalten und sich das wohlvertraute Sternsingerlied anhören:
 
„Wir kommen daher aus dem Morgenland, wir kommen geführt von Gottes Hand. Wir wünschen euch ein gesegnetes Jahr: Caspar, Melchior und Balthasar.“

An einer Station wurden die Merfelder eingeladen, einen Augenblick an der Außenkrippe anzuhalten und sie sich anzuschauen.
Die nächste Station brachte den Dank der Sternsinger im Namen vieler bedürftiger Kinder in der ganzen Welt, in diesem Jahr besonders der Kinder aus der Ukraine, zum Ausdruck.
Auch stand ein Korb für Süßigkeiten bereit, der am Mittag prall gefüllt war und mit dem die Merfelder die Aktion der Sternsinger auf ihre Weise honoriert haben.Aber nicht nur die vielen Schokoladen, sondern vor allem die großzügigen Spenden, haben die Kinder und das Orga-Team am Ende des Vormittags beeindruckt: Insgesamt sind an diesem Morgen 2233,35 Euro zusammengekommen!

Laurin Büning:
„Ich bin richtig glücklich, dass wir diese Sache durchgezogen haben und dass so viele Menschen in Merfeld doch noch den Segen der Sternsinger bekommen haben! Es hätte sonst auch irgendwie was gefehlt!“

Schöner kann man es wohl nicht ausdrücken!

Ursula Benneker-Altebockwinkel, Pastoralreferentin

Trotz der Corona-Pandemie können wir auf einige Eindrücke von liturgischen, spirituellen und geselligen Ereignissen in unserer Pfarrei dankbar zurückblicken. 

Mit dieser kleinen Bilderreise danken wir allen, die unser Gemeindeleben durch ihr Mittun, Dabeisein und Kreativität mitgestaltet und bereichert haben.

Wir wünschen einen guten und gesunden Start ins neue Jahr.

Demnächst

Ökumenisches Marktgebet
22 Okt 2021
11:00 Uhr
Ökumenisches Marktgebet
29 Okt 2021
11:00 Uhr
Talkabend: Galen! Ein Mutmacher?
29 Okt 2021
19:30 Uhr
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