01Meldungen
Der 26. Januar und Bischof Kaiser.
An jedem 26. eines Monats gedenkt die Dülmener Pfarrei St. Viktor in einem ihrer Gottesdienste der Anliegen derer, die Bischof Friedrich Kaiser verehren. (In ähnlicher Intention wird mit Blick auf Anna Katharina Emmerick jeweils der 9. eines Monats begangen.) Insbesondere die Texte vom Tage (Orationen, Lesung, Evangelium) werden dann mit einem Bezug zum „Apostel der Anden“ gewürdigt; eine Einführung oder Predigt vertieft einen bestimmten Gedanken zum Leben und Wirken Friedrich Kaisers, dessen Seligsprechung viele Gläubige erhoffen. In diesem Sinne ist jedes Jahr der 26. Januar ein besonders sympathischer Tag, ist er doch dem Andenken der Apostelschüler Timotheus und Titus gewidmet. Insbesondere ist da ein bestimmter Satz aus der Lesung, der auf eindringliche Weise auch eine Lebenseinstellung Friedrich Kaisers umschreibt: „Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ (2 Tim 1,7) Wie gut täte es unserer Gesellschaft und unserer Kirche hierzulande, sich diesen Zuspruch zu Herzen zu nehmen! Und auch ein Wort des Herrn aus dem Evangelium vom 26. Januar ist heilsame Mahnung und Ermunterung zugleich für uns Heutige: „Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.“ (Lk 10,2) Der Begriff des „Arbeiters“ ist durchaus weit zu fassen: Wir können und sollen beten um treue Priester, engagierte Seelsorgerinnen, fromme Religionslehrer, praktizierende Kirchenangestellte, vorbildliche Erzieherinnen, mutige Männer und Frauen in der Politik, nachdenkliche Verbandsfunktionäre, demütige Theologieprofessoren. Ob in unseren Gebeten und Gedanken dieses Anliegen Raum findet? Ob unsere Familien und Gemeinden mit ganzem Herzen darum bitten? Friedrich Kaiser selbst hat sich diese Worte Jesu nicht nur für sich persönlich zu eigen machte, sondern sie auch gegenüber anderen (etwa in Rundbriefen) aufgegriffen, wenn er die pastorale Not der Menschen in den Anden beschrieb: „Freunde, Missionshelfer jenseits der Meere: Dringt dieser Ruf aus unseren Bergen auch bis zu Euch? Hört Ihr ihn? Hört Ihr das Weinen? Dann lasst es Euch zu Herzen gehen. Und faltet die Hände: Bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende!“ Alle guten Projekte und Pläne waren für Kaiser erst der zweite Schritt. Der erste Schritt war das Hören auf Gottes Willen im Gebet und im Schweigen. Auch bei der Gründung der Ordensgemeinschaft der „Missionarinnen vom lehrenden und sühnenden Heiland“ vertraute er alle Organisation und praktischen Schritte dem Gebet seiner Mitmenschen an – etwa gegenüber dem Ordensprovinzial in Münster in einem Brief vom Herbst 1960: „Bitte, guter P. Provinzial, hab mit mir das Vertrauen, dass etwas aus der Sache wird. Ich kenne Dein stets gütiges Verständnis und bitte Dich um Dein Gebet und Deinen Segen für das, was nach meinem besten Wissen Gottes Wille ist.“ (Markus Trautmann)



