04Informationen & Berichte 2022

Papierflieger

Wird Keller Pins Planschbecken? 

Ein verstörender Appell erreichte die am Bau von „Keller Pins“ beteiligten Handwerker – aus der Luft. Wie erst jetzt bekannt wurde, konnten Anfang April zwei Papierschwalben oberhalb der Baugrube abgefangen werden, die eine eindeutige Botschaft mitbrachten: „Liebe Bauarbeiter, könnt ihr uns ein großes Planschbecken im Kindergarten bauen?“ Dr. Gerard Jentgens, der die Arbeiten koordiniert, hat die Papierflieger, die offenbar unbemerkt den Bauzaun überwunden hatten, in Verwahrung genommen. Ein Papierflieger, so die Auskunft von Experten, besitze keinen eigenen Antrieb und werde im Regelfall durch Werfen gestartet. – Grundsätzlich, so der einhellige Tenor des Planungsstabes, sei in der heutigen Erinnerungskultur ein umfassendes Beteiligungsverfahren innerhalb der Bürgerschaft, zumal bei den Nachbarn, zu begrüßen. Zunächst werde aber geprüft, ob mit dem kindlichen Ansinnen überhaupt der Keller Pins gemeint sei oder aber ein ganz neues Projekt angestoßen werden soll. „Wir werden vermutlich große Räder drehen müssen, um bestimmte Spenden- und Fördergelder jetzt noch umzuwidmen“, heißt es aus gut unterrichteten Kreisen.

Fotos: C. Knabe

Kreuz Karthaus

Barock-Kreuz kehrt nach der Restaurierung zurück auf die Karthaus.

Das Kreuz mit dem Elfenbein-Corpus kennt Markus Bagert gut. Aus seiner Kindheit, als Messdiener in St. Jakobus. „Bei jeder Prozession und Beerdigung war es mit dabei“, erinnert sich der 58-Jährige. Auch er selbst habe es etliche Male getragen. Da passt es, dass es Bagert ist, der das Kreuz jetzt an seinen neuen, seinen endgültigen Platz stellt. Denn nach jahrelanger Abwesenheit ist es nun zurückgekehrt auf die Karthaus. Doch anstatt bei Wind und Wetter herumgetragen zu werden, steht es nun in einer verschlossenen Vitrine in der Sakristei von St. Jakobus. Einen ersten Blick darauf konnten am Sonntagabend bereits die Besucher des Passionskonzertes werfen.

Die Geschichte des Kreuzes beginnt im Barock, vermutlich irgendwann zwischen 1600 und 1700. Gefertigt sein könnte der Corpus in Italien, vermutet Pfarrdechant Markus Trautmann. „Stilistisch hat er eine Nähe zum Manierismus, einer kurzen Phase zwischen Renaissance und Barock, in der das Ideal des ‚Natürlichen‘ von der ‚Anmut‘ überlagert wurde.“ Überlange Gliedmaßen, verdrehte Körperhaltung, filigrane kleinste Details wie Haarlocken oder Zehnägel seien dafür typisch gewesen. Genau solche Feinheiten weist auch der gut 40 Zentimeter große Jesus aus Elfenbein auf. Sogar seine Zähne, Handfalten oder Fingernägel sind mühelos zu erkennen. „Und das aus einem Werkstoff, der härter ist als Holz“, bewundert Trautmann die Arbeit. „Solche Qualität ist beispiellos in der Region.“ Bemerkenswert sei auch die Darstellung Jesu, die bereits Bezug nehme zu seiner Auferstehung: Der Blick gehe Richtung Himmel, Dornenkrone und Seitenwunde fehlen.

Wie das Kunstwerk seinen Weg auf die Karthaus fand? „Vermutlich kam das Kreuz im 19. Jahrhundert nach Weddern und ist eine Schenkung der Familie von Croy“, berichtet der Pfarrer. Aus dem 19. Jahrhundert stamme wohl auch das hölzerne Vortragekreuz, an dem der Corpus befestigt wurde - so hat es Bagert noch aus seiner Messdiener-Zeit in Erinnerung. Aber: „Die Restauratorin hat keine Zweifel, dass es früher ein Standkreuz war“, betont Trautmann.

Und genau ein solches ist es jetzt auch wieder geworden. Schon seit Jahren gab es Überlegungen der Gemeinde, den Corpus zu restaurieren. Finanzielle Unterstützung kam von der Sparkasse Westmünsterland, die gleich zweimal für das Vorhaben Geld überwies. 2015/16 kam das Kunstwerk dann in eine Kölner Werkstatt. Die Experten reinigten die Figur, tauschten Stifte aus und ergänzten etwa einen abgebrochenen Finger und Zeh. Auch wurde aus dem Vortrage- wieder ein Standkreuz: Den Corpus befestigte die Restauratorin auf einem Kreuz aus schlichtem, schwarz gebeizten Lindenholz - ein eindrucksvoller Kontrast zur fein geschnitzten Elfenbein-Figur mit seiner zarten Maserung. „Durch den Standsockel ist es auf jeden Fall viel schwerer als früher“, stellt Markus Bagert dann auch gleich fest, als er das Kunstwerk zur Vitrine trug.

Die wurde vom Tischler extra in die neuen Sakristeischränke eingebaut. Denn die Umgestaltung der Sakristei von St. Jakobus sowie die Corona-Pandemie waren die Gründe, warum sich die Rückkehr des Kreuzes weiter verzögerte. Rechtzeitig zur Karwoche hat es jetzt aber geklappt. „Es soll jetzt erst einmal nicht mehr raus aus der Vitrine, und zwar aus Sicherheitsgründen“, erläutert Trautmann. „So ist es präsent und soll auch präsentiert werden“, fasst es Bagert zufrieden zusammen.

 

Bericht und Fotos der Dülmener Zeitung, Kristina Kerstan

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Markus Becker, Klaus Göckener und Michael Kamper von der Ukraine-Hilfe freuten sich sehr über die Geldspende von 1.000 Euro, die der Chor Cantiamo ihnen am Mittwochabend überreichte. Obwohl während der Pandemie keine Chorproben stattfinden konnten, haben die rund 50 Mitglieder weiter ihre Beiträge bezahlt. „Im Vorstand war man sich schnell einig, dass von diesem so entstandenen finanziellen Polster Geld an die Ukraine-Hilfe gespendet werden soll“, berichtete Brunhilde Helmer, die im Vorstand des Chores mitwirkt. Markus Becker zählte auf, wofür die Spende eingesetzt wird. „Wir brauchen das Geld für Medikamente, Lebensmittel und auch für Sprit für die Hilfstouren“. 

Foto: Vertreterinnen und Vertreter von Cantiamo überreichen den Scheck an Klaus Göckener, Michael Kamper und Markus Becker

Heute, am 22. März, ist der Gedenktag von Clemens August von Galen. Er hat auch unserer Zeit einiges zu sagen – etwa da, wo uns Bilder und Eindrücke vom Kriegsgeschehen in der Ukraine sprachlos machen. So mahnte der Selige in einer Predigt in Telgte am 4. Juli 1943 eindringlich: „Gewiss, meine Christen, die Flugzeuge fliegen, gesteuert von Menschen, auf Befehl der Machthaber der kriegsführenden Länder; von Menschen werden die Spreng- und Brandbomben abgeworfen, so dass sie Tod und Verderben über friedliche Städte säen. Furchtbare Verantwortung derer, die den Bombenkrieg begonnen haben und mit immer wirksameren Mitteln fortsetzen! – Und doch: Ich muss das einmal öffentlich aussprechen: die Hass- und Vergeltungsrufe, von denen die deutsche Presse widerhallt, kann und will ich mir nicht, dürft auch ihr euch nicht zu eigen machen! Soll es wirklich der Wunsch und der Wille des deutschen Volkes sein, dass wir Rache nehmen wollen für das Leid, das uns trifft? Dass wir vor allem anderen danach verlangen, dass auch unsererseits in England und den sonstigen Feindländern Kirchen und Spitäler zerstört, Kinder und Frauen, die nichts mit dem Krieg zu tun haben, umgebracht werden? Ist das wirklich ein Trost für eine Mutter, deren Kind einem Bombenangriff zum Opfer fiel, wenn man ihr versichert: demnächst werden wir auch einer englischen Mutter ihr Kind töten? Nein, solche Ankündigung von Rache und Vergeltung ist wahrlich kein Trost! Sie ist unchristlich, sie ist überdies undeutsch, weil unwürdig, weil unedel, weil unritterlich! … Meine Christen, ich muss das einmal öffentlich aussprechen, weil die Absage an Rache und Hass das Gebot Christi ist, das ich zu verkünden habe. Ich muss es einmal aussprechen, um mich und euch abzusetzen von jenen, die da behaupten, das ganze deutsche Volk, besonders hier im Westen, verlange entsprechend dem Satz: ‚Auge um Auge, Zahn um Zahn‘, nach Vergeltung der Bombenangriffe durch die kriegsunnötige Tötung von Nichtkämpfern, von Frauen und Kindern im Feindesland. Solche Gesinnung müssten wir ablehnen, als Christen und als Deutsche!“

„Ausgefallen“, so könnte man also sagen; aber nicht „ersatzlos gestrichen“!

Denn die Katechetinnen Stefanie Werenbeck-Ueding, Silvia König und Bettina Groten haben sich ein Alternativangebot einfallen lassen, das am 2. Fasten-Wochenende (12./13.3.22) im Pfarrheim von St. Jakobus stattgefunden hat.
Alle Kommunionkinder waren zu einem Parcours zum Thema „Taufe“ eingeladen; dafür wurde das Pfarrheim buchstäblich auf den Kopf gestellt, denn kein Tisch und kein Stuhl stand mehr am vertrauten Platz, stattdessen waren Stellwände, große Tücher und ein großes Taizé-Kreuz von der Pfarrgemeinde Heilig Kreuz so zusammengestellt, dass insgesamt fünf kleine Nischen entstanden, in denen sich die Kinder mit den Symbolen, die bei der Taufe von Bedeutung sind, sinnlich auseinandersetzen konnten. Die Symbole sind: Taufwasser, Chrisam, Kreuz, Kerze, Taufkleid und der „Name des Täuflings“. Nacheinander wurden die Kinder durch den Parcours geleitet und konnten dabei viel Neues, aber auch Vertrautes über ihre Taufe erfahren.
Die letzte Station war am Taufbrunnen in der Kirche aufgebaut. Dort konnten die Kinder ein kleines Licht an der Osterkerze abstellen und sich mit Taufwasser ein Kreuzzeichen über ihren Körper zeichnen.
Somit wurde jedem Kind noch einmal bewusst, dass es auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft ist und dass ein Christ deshalb so heißt, weil er zu Christus gehört!

Alle 35 Kinder, die den Parcours durchlaufen haben, sowie ihre Begleiter, nämlich Eltern oder Großeltern oder Paten, die zum Teil extra von auswärts angereist waren, waren sich am Ende einig:
Dieses Angebot war spitze und hat geholfen, sich auf fühlbare Weise mit der Taufe neu auseinanderzusetzen.

Auch Kinder und Jugendliche aus St. Jakobus nutzten die Gelegenheit viele Erstkommunionfamilien aus der Pfarrei in ihrer Gemeinde St. Jakobus zu Besuch zu haben: am Ende des Parcours bei herrlichem Wetter haben sie Waffeln gebacken und diese gegen eine Spende den Familien angeboten. 
Von diesem „duftenden Angebot“ fühlten an den beiden Tagen dann nicht nur die Erstkommunionfamilien angezogen, sondern auch viele vorbeiziehende Fahrradfahrer, Spaziergänger und Gottesdienstbesucher.
Die  Messdiener konnten bis Sonntag Abend einen Spendenbetrag von 814,64 Euro einsammeln, der den Geflüchteten aus der Ukraine zufließen soll.

Allen, die mitgeholfen haben, dieses Projekt auf die Beine zu stellen sagen wir ein herzliches Dankeschön!

Ursula Benneker-Altebockwinkel,
Pastoralreferentin

Am Montag, dem 2. Mai, ist es so weit: Das Dülmener Begegnungszentrum „einsA“ bekommt eine neue Geschäftsleitung. Bereits Ende Januar hatten sich kirchliche und städtische Vertreter in dem entsprechenden Bewerbungsverfahren klar für Sandra Allerdisse ausgesprochen. Die verheiratete Mutter zweier Söhne lebt in Haltern am See und hat als Sozialpädagogin einschlägige Berufserfahrungen in der Erwachsenenbildung gesammelt. Zudem konnte sie hinreichende Personalmanagement-Erfahrungen sammeln, welche sie als Personalfachkauffrau in verschiedenen Unternehmen unter Beweis stellte. Zuletzt leitete sie den Sozialbegleitenden Dienst in einem Seniorenheim. „Die Verbindung meiner betriebswirtschaftlichen Kenntnisse mit denen der Sozialen Arbeit hat mich dazu motiviert, mich in Dülmen zu bewerben“, erklärt die 48jährige, die übrigens ihre familiären Wurzeln in Hiddingsel hat. Sie versteht sich als eine „motivierte Brückenbauerin“ und möchte an ihrer neuen Stelle an der Gestaltung der künftigen gesellschaftlichen Herausforderungen wie dem demografischen Wandel, dem Fachkräftemangel oder der Stärkung des Ehrenamtes mitwirken. „Mich begeistert die Idee des Intergenerativen Zentrums und ich freue ich mich über ein persönliches Kennenlernen“, formuliert Sandra Allerdisse ihre Haltung. Ihr Dienst beginnt offiziell am 1. Mai, doch schon im Vorfeld wird sie immer wieder mal im „einsA“ sein, um in die künftige Arbeit hineinzuschnuppern und erste Kontakte zu knüpfen.
Sandra Allerdisse wird somit Nachfolgerin von Cäcilia Scholten, die von 2017 bis 2021 Geschäftsführerin des einsA war

Foto: Sandra Allerdisse mit Pfarrer Markus Trautmann (l.) und Bürgermeister Carsten Hövekamp (r.) zu Besuch im Dülmener „einsA“; im Hintergrund weitere Vertreter von St. Viktor und der Stadt Dülmen / Foto: Pressestelle Stadt Dülmen, Siemes

Wer war der bekannteste deutsche Jude? War es der Philosoph Karl Marx? Oder der Dichter Heinrich Heine? Oder der Physiker Albert Einstein? Schwer zu sagen – jedenfalls war einer von ihnen schon mal zu Gast in Dülmen: Heinrich Heine (1797-1856), damals noch mit dem Vornamen Harry. In diesem Jahr ist nicht nur der 225. Geburtstag Heines; sondern es ist auch 200 Jahre her, dass er 1822 in der Dülmener Poststation logierte. Das genaue Datum ist bedauerlicherweise nicht bekannt, aber eine bronzene Gedenktafel am Königsplatz erinnert bis heute an den berühmten Gast. 

Sein Leben lang war Heine viel unterwegs, am Ende starb er fern seiner Heimat im Pariser Exil. In zahlreichen Gedichten und Reisebeschreibungen beschrieb er seine Eindrücke von Land und Leuten – so auch bei verschiedenen Reisen durch Westfalen. Es dürfte übrigens an seinem westfälischen Kindermädchen gelegen haben, dass Heine seinen beißenden Sarkasmus, völlig untypisch, nicht über deren Landsleute ausgoss. „Ich habe sie immer so liebgehabt, / die lieben, guten Westfalen, / ein Volk, so fest, so sicher, so treu, / ganz ohne Gleißen und Prahlen“, so formulierte er in „Deutschland. Ein Wintermärchen“. 

Als Harry Heine geboren,  wuchs er in einer großbürgerlichen Familie auf, die dem liberalen Judentum angehörte. Religiös eigentlich völlig indifferent, sah Heine in seiner Taufe 1825 bzw. in seinem Eintritt in die evangelische Kirche „nichts als eine bloße Nützlichkeitstatsache“ und im Taufschein nur das „Entre Billet zur Europäischen Kultur“. Dennoch musste er – von nun an nicht mehr „Harry“, sondern „Heinrich“ – in den folgenden Jahren schmerzhaft feststellen, dass viele Träger dieser Kultur auch einen getauften Juden wie ihn nicht als ihresgleichen akzeptierten. Auch diese Erfahrung war wohl ursächlich für seine wütenden Ressentiments gegen bürgerliche Fassaden und spießige Angepasstheit. 

In den Jahren 1822 bis 1824 befasste sich Heine literarisch erstmals intensiv mit dem Judentum. Auf einer Reise nach Posen, die er 1822 von Berlin aus unternahm, begegnete er erstmals dem Chassidismus, einer religiös-mystischen Strömung des orthodoxen Judentums, der ihn zwar faszinierte, mit dem er sich aber nicht identifizieren konnte. Nach seiner Taufe rückten jüdische Themen im Werk Heines zwar in den Hintergrund. Sie beschäftigten ihn aber ein Leben lang und traten vor allem in seinem Spätwerk wieder verstärkt zutage, etwa in den „Hebräischen Melodien“, dem Dritten Buch des „Romanzero“.

Neue Treppen, alte Wege 

Schneeglöckchen, Narzissen, Krokusse oder Gänseblümchen. Was der Frühling an Frühblühern zu bieten hat, wird auch auf dem Platz rund um die Kirche St. Viktor zu sehen sein und die Betrachter erfreuen. Allerdings erst im nächsten Jahr. Denn auch wenn die Arbeiten auf und am Kirchplatz St. Viktor in den vergangenen Wochen tüchtig vorangeschritten sind, so gehört das Terrain immer noch den Handwerkern und nicht den Besuchern.

Aber bis zum Sommer, so hofft Hans-Willi Heeringa, stellvertretender Kirchenvorstand von St. Viktor, wird es soweit sein. Dann können die Mitglieder der Gemeinde, aber auch alle Dülmener den Platz mit Leben füllen.

Die DZ sah sich zusammen mit Pfarrdechant Markus Trautmann, Hans-Willi Heeringa sowie den Landschaftsarchitekten Thomas Köhlmos und Robert Brandt vom Büro Lohaus Carl Köhlmos auf dem Gelände um. Mit dabei war auch der Archäologe Dr. Gerard Jentgens, der auf dem Kirchplatz weitere Grabungen durchführt und das Projekt Keller Pins mitbetreut. Hier die wichtigsten Arbeiten im Überblick.

Strahlenförmige Wege. Die historischen, von der Kirche strahlenförmig abgehenden Wege über den Platz bleiben erhalten. Die alten Pflastersteine werden wieder eingesetzt und um einige neuere Steine ergänzt. Die Wege werden mit Corten-stahl-Bändern eingefasst.

Bäume und Hecken. Verschwunden sind die Hecken auf dem Platz, die den Weg zum Kirchenportal gesäumt haben. Entlang der Mauer zur Lüdinghauser Straße sind die Beete von Sträuchern befreit, es wurden entlang der Mauer neue Hecken gepflanzt. Auf dem Kirchplatz wird es jetzt viel Rasenfläche geben. Neue Bäume werden gesetzt. Der alte Baumbestand ist weitestgehend erhalten geblieben.

Alte Lateinschule. Die Fundamente der alten Lateinschule neben dem Haupteingang sind durch große graue Eckquader markiert. Diese haben nicht nur gestalterische Funktion, sondern können auch als Sitzgelegenheit genutzt werden.

Niedrigseilgarten. Mit dem Niedrigseilgarten, der im Dreieck hinter dem Löwendenkmal und dem Weg zur alten Scharre angelegt wird (derzeit wird der Platz noch für Baumaterialien genutzt), wird der Kirchplatz künftig auch zum Spielen einladen. Die Fundamentlöcher sind bereits vorhanden.

Mauer. Die Kirchplatzmauer an der Lüdinghauser Straße ist in Richtung Münsterstraße verlängert worden. Ein barrierefreier Zugang zum Platz wurde gelegt.

Podest. Angelegt ist bereits das Podest, auf dem die Pietà aufgestellt wird. Sie befand sich früher am Pfarrhaus und ist seit dessen Abriss 2015 in Billerbeck eingelagert. Das Podest wird später vollständig durch die Statue abgedeckt.

Treppenanlage. Die Treppenanlage im hinteren Teil des Kirchplatzes ist bereits erkennbar. Ein Corten-stahl-Zaun begrenzt die Kita-Außenanlagen. Zwischen Anlage und Zaun wird ein Baum gepflanzt und mit Rundbank versehen.

Keller Pins. Die ersten Aufträge für die Betonarbeiten sind vergeben

 

Der Dornröschenschlaf ist vorbei 

Es soll eine grüne Oase mitten in der Stadt sein, die zum Ausruhen, mit dem Niedrigseilgarten aber auch zum Spielen einlädt. Mit der Umgestaltung wird der Kirchplatz St. Viktor einen neuen Charakter annehmen. Vorher war es ein stiller Ort im Dornröschenschlaf, so die Charakterisierung durch Pfarrer Markus Trautmann. Doch nun, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Haus für alle, dem einsA, habe sich sein Auftrag geändert, betont er. Der Platz solle offener und lichter werden. Deshalb wurden Hecken entfernt, stattdessen Rasenflächen angelegt. „Der Platz bleibt aber das grüne Herz der Stadt“, betont Landschaftsarchitekt Thomas Köhlmos.

„Der neu gestaltete Platz trägt zur Belebung der Innenstadt bei“, ist Hans-Willi Heeringa vom Kirchenvorstand St. Viktor überzeugt.

Nicht ohne Stolz bemerkt Pfarrer Trautmann, dass auf der vergleichsweise kleinen Fläche mehrfach Erinnerungen an das alte Dülmen wachgehalten werden. So markieren Steinblöcke die Begrenzungen der alten Lateinschule. Das Bodenfenster Keller Pins soll daran erinnern, dass neben der Kirche einst die jüdische Familie Pins lebte. Die Kellerfundamente sollen durch eine besondere Gitterabdeckung zu sehen sein, zudem ist eine Beleuchtung vorgesehen. Ein weiterer Ort des Gedenkens könnte im hinteren Teil an der Lüdinghauser Straße liegen. Denn dort wurden in einem Grab die Gebeine jener Dülmener bestattet, die bei den jüngsten archäologischen Grabungen gefunden wurden. Ob auf die Gedenkorte mit aufgestellten Tafeln oder Bodenintarsien hingewiesen wird, werde noch überlegt. Die Zeit dränge nicht, sind sich Trautmann und Heeringa einig. Denn zunächst gehe es darum, dass die Dülmener den neu gestalteten Platz entdecken und erobern.

 

Bericht und Fotos der Dülmener Zeitung, Claudia Marcy

DZ Icon 

Innere Kraft ist stärker als die äußere Aufgeregtheit.


Anlässlich des Emmerick-Gedenktages feierte Bischof Dr. Felix Genn am Vorabend zum 9. Februar die heilige Messe in der Heilig-Kreuz-Kirche in Dülmen. 

In seiner Predigt führte Bischof Felix drei Punkte an, die uns das Glaubenszeugnis der Anna Katharina Emmerick aufzeigen.

Zunächst berichtete der Bischof, wie er selbst einen Zugang zu Anna Katharina Emmerick gefunden hat. Bevor er Bischof von Münster wurde, habe er als Bischof von Essen die alte Grabkapelle in Dülmen besucht. Damals, so gab der Bischof zu, konnte er mit der Person Emmerick nichts anfangen. Als Bischof von Münster begegnet er aber fast täglich Personen, die Reliquien und Andenken von Anna Katharina Emmerick erbeten. So hat er sich intensiver mit ihr befasst und sich gefragt, was von der Gestalt der Emmerick ausgehe. Es sei das Lebenszeugnis, welches den Bischof berühre, aber auch ihre Verbindung zu dem Arzt Dr. Franz Wilhelm Wesener, der sich als intellektueller und aufgeklärter Mediziner nach der Begegnung mit Anna Katharina bekehrte.
Es komme offensichtlich auf das Zeugnis an, für das Einzelne einstehen. Es brauche Menschen, die Gesicht zeigen, bei allem Chaos und „Drunter und Drüber“, die bekennen, dass sie berührt sind von der Gestalt des Jesus von Nazareth und sich in der Verbundenheit und Gemeinschaft der Kirche wissen, der auch Anna Katharina Emmerick angehörte, so resümierte der Bischof.

Im zweiten Punkt nahm der Bischof Bezug auf das vorher gehörte Evangelium. Auch Anna Katharina spürte eine innere Anziehung, die sie von Jesus nicht losließ. Sie war von Jesus so angesprochen, dass ihr Leben tief von ihm geprägt war und sich bis ins leibliche der Wunden zeigte. Dieses Zeugnis dieser einfachen Frau habe sich auf viele Menschen positiv ausgewirkt, die bei ihr Hilfe und Trost gesucht und gefunden hätten, und wie es das Beispiel von Dr. Wesener gezeigt habe, auch „umgekrempelt“ wurden.

Zum Schluss stellte der Bischof fest, dass wir zwar keine leiblichen Wunden tragen, aber das Christsein manchmal dennoch als schwer empfunden würde, besonders in diesen Tagen. Hier gibt der Bischof den Mitchristen ein Hoffnungswort aus der Lesung mit auf den Weg: „Denn die kleine Last unserer gegenwärtigen Not schafft uns im maßlosen Übermaß ein ewiges Gewicht an Herrlichkeit!“ Diese innere Kraft sei stärker als die äußere Aufgeregtheit dieser Tage, so der Bischof weiter.

Der Kirchenvorstand von St. Viktor freut sich: Am Montag, dem 7. Februar 2022, konnte endlich mit der Baufirma Menke aus Billerbeck die Auftragsvereinbarung unterzeichnet werden, durch die bald die Tiefbauarbeiten am archäologischen Bodenfenster „Keller Pins“ im Dülmener einsA-Quartier aufgenommen werden. Pfarrer Markus Trautmann und die Kirchenvorstandsmitglieder Christiane Daldrup und Peter Briewig unterzeichneten das entsprechende Dokument. „Indem der ursprünglich rechteckige Grundriss des Bodenfensters zu einem Dreiecksgrundriss umgeplant wurde“, berichtet Christiane Daldrup, „konnten die Tiefbaukosten erheblich reduziert werden.“ Peter Briewig ergänzt: „Auf dem dreieckigen Grundriss wird sich demnächst eine dreischenklige Glaspyramide erheben.“ Direkt am Fußweg entlang der Viktorkirche gelegen, sei dies „der ultimative Hingucker“, findet Markus Trautmann, „zumal wenn nachts aus dem Kellergeschoss Licht aufstrahlt.“

Foto: Christian Rensing

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