Informationen & Berichte 2020

Grabungen

Ein archäologisches Fenster im Außenbereich des Familienzentrums St. Anna soll in Zukunft an die jüdische Familie Pins erinnern.
Louis Pins (geb. 1874 in Dülmen) war Viehhändler und Vorsteher der jüdischen Gemeinde Dülmens. In erster Ehe war er mit Fanny Bendix (geb. 1878 in Billerbeck) verheiratet; im Jahre 1906 kam ihre gemeinsame Tochter Johanna zur Welt. Nachdem Fanny 1924 im Alter von 45 Jahren verstorben war, nahm sich Louis Jenny Rosenstein (geb. 1878 in Neustadt) zur Frau.

Im Frühjahr 1939 begab sich Louis Pins nach Hamburg, um dort die Ausreise seiner Familie aus Deutschland vorzubereiten. Unter dem Vorwurf des "Devisenschmuggels" wurde er durch die "Geheime Staatspolizei" im Hamburger Auswanderungsbüro verhaftet. Am 12. Juni 1939 verstarb er im Gestapo-Gefängnis Fuhlsbüttel nach amtlicher Aussage an Suizid.

Seiner Frau und Tochter gelang 1940 dennoch die Ausreise nach Montevideo, Uruguay. 1946 verstarb Jenny Pins. Johanna heiratete den ebenfalls deutschstämmigen Juden Herbert Seelig.

Der Familie Pins gehörte bis Ende 1938 unweit der Sakristei der Viktorkirche ein Haus, welches nach den Kriegszerstörungen eingeebnet wurde, die Fundament- und Mauerreste der Kellergeschosse blieben teilweise in der Erde.

Diese Mauerreste wurden Anfang diesen Jahres bei archäologischen Grabungen gefunden. Die Pfarrei St. Viktor möchte diese Reste als würdige Erinnerung an die Familie Pins nach einem Plan des Landschaftsarchitektur-Planungsbüros Lohaus · Carl · Köhlmos erhalten und gestalten. Dazu soll vom verbliebenen Kellerareal ein Teilbereich entlang eines früheren Kellerfensters freigelegt und mit einem Gitter überdeckt werden. Durch eine Lichtinstallation wird das archäologische Fenster in Szene gesetzt.

Diese Projektidee soll durch finanzielle Zuwendungen zur Wirklichkeit werden.


Kontoverbindung:
Zentralrendantur Dülmen · Darlehenskasse Münster e.G.
IBAN: DE84 4006 0265 0003 8877 00 · BIC: GENODEM1DKM
Stichwort: Keller Pins (gerne stellen wir eine Spendenquittung aus)


Dazu wurde bereits auch über Radio Kiepenkerl (www.radio-kiepenkerl.de) aufgerufen

Foto: Dr. Gerhard Jentgens

Offizieller Startschuss

einsA-Vision ist Wirklichkeit geworden.

Groß waren Freude und Erleichterung am Montag, 18. Mai, im Intergenerativen Zentrum einsA: Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit konnte das „Haus für Alle“ am Bült 1A erstmals seine Türen für Besucherinnen und Besucher öffnen. Die Vision, die die Stadt Dülmen und die katholischen Kirchengemeinde St. Viktor vor rund neun Jahren gemeinsam entwickelt haben, ist Realität geworden.

Das Strahlen in den Gesichtern war daher – trotz Mundschutz – allen Beteiligten anzusehen. Bürgermeisterin Lisa Stremlau, Pfarrdechant Markus Trautmann, Cäcilia Scholten von der einsA-Geschäftsleitung und weitere Vertreterinnen und Vertreter der Akteure im Haus freuten sich gemeinsam über den offiziellen Start – auch, wenn dieser aufgrund der Corona-Pandemie eher leise ausfallen musste.



„Ein ganz besonderer Tag“
„Heute ist ein ganz besonderer Tag für unsere Stadt. Endlich ist es soweit, dass die Bürgerinnen und Bürger dieses Haus besuchen und in Anspruch nehmen können“, sagt Bürgermeisterin Lisa Stremlau und dankt allen, die daran mitgewirkt haben. „Zwar können wir das im Moment noch nicht mit einer großen Party feiern, aber das werden wir ganz sicher nachholen.“ „Nach vielen Jahren des gemeinsamen Planens und Ringens nimmt unser Projekt jetzt richtig Fahrt auf“, ist sich auch Pfarrdechant Markus Trautmann sicher. „Ich freue mich darauf, dass hier das Leben pulsieren wird.“

Haus hat schon jetzt viel zu bieten
Neugierige Besucherinnen und Besucher habe das „Haus für Alle“ bereits am ersten Öffnungstag schon angelockt, sagt Cäcilia Scholten von der Geschäftsleitung. „Ich kann nur jeden und jede einladen, vorbeizukommen, sich das Haus anzuschauen, einen Kaffee zu trinken und sich über unsere Angebote zu informieren.“ Zwar könne der Betrieb coronabedingt zunächst nur eingeschränkt und unter Hygieneauflagen stattfinden, das einsA habe dennoch schon viel zu bieten.

So nimmt derzeit die Familienbildungsstätte ihre Arbeit wieder auf. Die Kinder des Familienzentrums St. Anna haben ihre neuen Räumlichkeiten schon vor einigen Monaten erobert. Das Pfarrbüro von St. Viktor ist nun im „Haus für Alle“ untergebracht und im Juni werden dort auch die Beratungsangebote der Stadt Dülmen starten. Vielfältig bestückt sind die Bücherregale der Katholischen öffentlichen Bücherei in den Fluren im ganzen Haus, gemütliche Leseecken laden zum Schmökern ein. Und demnächst wird auch das Bistro der Kolping-Bildungsstätte für Gäste öffnen können. Das Team des Infopoints freut sich über Besucherinnen und Besucher und steht für Fragen und Informationen zur Verfügung.

Außenarbeiten gehen weiter
Um das Haus herum laufen die Arbeiten an der Außengestaltung weiter. Mitte Juni wird mit der Installation des Glasdachs auf dem Markt der Möglichkeiten zwischen Rathaus und einsA begonnen werden. Derzeit ist das „Haus für Alle“ über den Eingang am Bült 1A zu erreichen. Das Betreten ist nur mit Mundschutz gestattet, Infotafeln beschreiben die Sicherheits- und Hygieneregeln im Haus.

Kontaktdaten
Telefonisch ist das einsA unter 02594 97995-100 (Infopoint) zu erreichen. Nähere Informationen gibt es außerdem unter www.einsa-duelmen.de.

 

 

Foto: Freuten sich gemeinsam über den offiziellen Startschuss fürs einsA: Geschäftsleitung Cäcilia Scholten, Bürgermeisterin Lisa Stremlau und Pfarrdechant Markus Trautmann (vorne, v. li.) sowie Silke Althoff vom städtischen Kulturteam, Rendel Werthmöller von der FBS, Christian Rensing von der Pfarrei, Steffi Gehlmann vom Familienzentrum St. Anna und Anja Ruffer vom Team des einsA-Infopoints (oben, v. li.). Schutzmasken sind derzeit Pflicht im „Haus für Alle“.

Text, Foto & Video: Pressestelle Dülmen

 

Liebe Gemeinde,
  • in dieser besonderen Zeit sind öffentliche Gottesdienste ab dem 1. Mai wieder möglich. Ab sofort sollen die Sonntagsgottesdienste wieder an allen Kirchorten von St. Viktor zur gewohnten Zeit stattfinden – allerdings immer unter klaren Hygienevorschriften und der Maßgabe der Teilnehmerbeschränkung.
  • Dazu gehören vor allem ein festgelegter Mindestabstand der Gottesdienstbesucher von 1,50 Meter sowie bestimmte Regelungen beim Betreten und Verlassen der Kirchen. Familienangehörige eines Haushaltes dürfen beieinander sitzen. Weitere Verhaltensregeln werden jeweils vor Ort kommuniziert.
  • Wir bitten Sie - zum gegenseitigen Schutz - den Mundschutz beim Eingang bis auf den Platz, sowie beim Ausgang zu tragen. Nach dem Ende des Gottesdienstes bitte von hinten beginnend (die letzten Reihen zuerst) die Kirche verlassen. Achten Sie bitte auch auf dem Kirchplatz auf den Abstand zu anderen Personen.
  • Da die Anzahl von Gottesdienstteilnehmern stark eingeschränkt ist, wird für die Sonntagsmessen und Vorabendmessen bis auf weiteres eine kurze telefonische Anmeldung nötig sein, und zwar zu folgenden Zeiten: Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 11.00 Uhr; Montag, Dienstag und Donnerstag von 14.30 Uhr bis 17.00 Uhr; unter Tel. Nr. 97995200 oder 97995201 oder unter online unter folgendem Link >>>
  • Datenschutzhinweis: Ihre personenbezogenen Daten oder die Ihres/r Kindes/r werden nach dem Gottesdienst für drei Wochen ausschließlich zur Nachverfolgung möglicher Infektionen gespeichert. Ihre Daten werden im Bedarfsfall der Kontaktrückverfolgung an die staatlichen Behörden weitergegeben werden. Die Offenlegung gegenüber öffentlichen Stellen ist nach § 9 Abs. 1 KDG rechtmäßig. Eine sonstige Weitergabe Ihrer Daten oder die Ihres/r Kindes/r erfolgt nicht.
  • Von den Werktagsmessen finden seit dem 1. Mai wieder an sämtlichen sechs Kirchorten die Gottesdienste um 8.30 Uhr und um 19.00 Uhr statt – vorerst jedoch noch NICHT jene um 9.00 Uhr bzw. 15.00 Uhr. Auch hier sind die Hygiene- und Abstandsvorschriften zu beachten; eine vorherige Anmeldung (wie bei den Vorabend- und Sonntagsmessen) ist nicht nötig.
  • Im Maria-Ludwig-Stift und im Franz-Hospital sind bis auf weiteres keine öffentlichen Messen.
Spatenstich

Ungefähr zu den Sommerferien, hofft Rendant Günther Fehmer, könnten die ersten Bestattungen in der neuen Urnenwand auf dem Dülmener Waldfriedhof erfolgen. Am Mittwoch traf sich die Rendantur mit Pfarrer Markus Trautmann und dem Initiativkreis, der sich für diese einzigartige Bestattungsform eingesetzt hatte, zum ersten Spatenstich für das Projekt.

 

DZ Icon

Pfarrer Trautmann und Pfarrer Micheln

Gemäß seinem eigenen Wunsch wurden heute in einem kleinen Kreis die sterblichen Überreste von Pfarrer Peter Michler beigesetzt. Hierzu trafen sich einige Kollegen und Freunde unter dem großen Friedhofskreuz auf dem Dülmener Waldfriedhof, um von dort aus nach einem Wortgottesdienst die Urne zum Feld der Priestergräber zu geleiten. (Eine Eucharistiefeier als Dankgottesdienst für die breitere Öffentlichkeit hatte am 14. März in St. Joseph stattgefunden.)

Am Freitag, dem 5. März 2020, verstarb Pfarrer Peter Michler, der mehr als 20 Jahre in Dülmen als Seelsorger wirkte. Geboren 1940 in Breslau, kam er mit seinen Angehörigen nach dem Krieg ins Münsterland. 1967 wurde Michler zum Priester geweiht und wirkte jahrzehntelang an verschiedenen Orten des Bistums Münster in der Jugendseelsorge. In Dülmen fand er ab 1997 in St. Joseph und insbesondere im Maria-Ludwig-Stift sein seelsorgliches Betätigungsfeld. Dass jeder Mensch aus der Perspektive Gottes ein Original sei, das habe Pfarrer Michler nicht nur verkündigt, sondern selbst uns vorgelegt, meinte Pfarrer Markus Trautmann in der Ansprache >>>

ChorSingschule
Der Familiengottesdienst in St. Joseph war am Sonntag ziemlich gut besucht. Die Erstkommunionkinder der Pfarrei samt Eltern waren eingeladen. Gleichzeitig fanden zwei Taufen statt. Und: Die Chorsingschule St. Viktor ehrte langjährige Mitglieder und nahm neue in ihre Reihen auf. Passend, dass die Mädchen und Jungen dann auch den Gottesdienst musikalisch mitgestalteten.

Vor einem halben Jahr hatte Chorleiter Carlos Reigadas den Kinder- und Jugendchor der Kantorei St. Joseph neu strukturiert. Seither gibt es die Chorsingschule, rund 70 Jungen und Mädchen im Alter von fünf bis 17 Jahren sind, eingeteilt in vier Gruppen, hier dabei.

Pfarrer Markus Trautmann hieß nun, zum Abschluss des Gottesdienstes, neun Mädchen und Jungen willkommen in der Chorsingschule und sprach für sie ein Segensgebet. Celine Brand und Lena Höbing, Chorsprecherinnen der Gruppe vier, überreichten den Neulingen Mitgliederausweise.

Daneben gab es Urkunden für etliche langjährige Mitglieder. So halten Celine Brand und Lotta Oevermann dem Chor bereits seit zehn Jahren die Treue. Beide übernehmen - neben ihrem Gesang - dort auch noch weitere Ehrenämter. Besonders hervorgehoben wurden die Vorbereitung und Durchführung diverser Mottoabende, die Celine Brand und Lotta Oevermann im Rahmen zurückliegender Chorfahrten eigenständig übernommen haben.

Ein Einstieg bei der Chorsingschule St. Viktor ist jederzeit möglich, betonen die Verantwortlichen. Die Proben finden donnerstags im Pfarrheim St. Joseph (Vorschule und erstes Schuljahr 16 bis 16.30 Uhr; zweites und drittes Schuljahr 16.45 bis 17.30 Uhr, viertes und fünftes Schuljahr 17.30 bis 18.30 Uhr, ab sechstes Schuljahr 18.30 bis 19.45 Uhr) statt. Ansprechpartnerin ist Ruth Bünder, Tel. 02594/ 789274.
Segnung des Bronzereliefs

Ein Bild der heiligen Anna, „der Oma von Jesus“, wie Pfarrer Markus Trautmann den Mädchen und Jungen des Familienzentrums St.-Anna-Kita erklärte, wurde gestern in der Kirche St. Viktor während eines Dankgottesdienstes gesegnet. Danach zogen die Kinder mit ihren Erzieherinnen und Erziehern, mit Eltern, aber auch mit Vertretern von Rat und Stadt sowie der Gemeinde in die neue Einrichtung, die zum Haus für alle, dem intergenerativen Zentrum einsA gehört. Am Rosenmontag waren die neuen Räume nach viereinhalb Jahren im Übergangsdomizil in Container im Vorpark von den Mädchen und Jungen bezogen worden (DZ berichtete). Das Bild der Namenspatronin der Einrichtung hängte Verbundleiter Markus Menkhaus im Eingangsbereich an die Wand. Zuvor hatte er im Gottesdienst etwas enthüllt, was sich die Mädchen und Jungen zum Einzug gewünscht hatten: eine Tafel. Für Einrichtungsleiter Bernhard Schreiber und sein Team gab‘s ebenfalls ein Geschenk. Pastoralreferent Christian Rensing beschrieb die Kita-Kinder als „Entdecker und Vorbild für die Großen“, die das Haus für alle (das im April in Betrieb genommen werden soll), entdecken und mit Leben füllen. Was denn den Mädchen und Jungen besonders gut in ihrer neuen Einrichtung gefalle, fragte er und bekam viele Antworten: die Treppe, die großen Flure in denen man mit dem Bobbycar fahren kann, oder der Frühstücksraum. Auch das Essen und die Gemütlichkeit wurden gelobt. Von all dem konnten sich die erwachsenen Gäste anschließend selbst überzeugen - und zeigten sich begeistert.

Bericht und Fotos der Dülmener Zeitung, Claudia Marcy

DZ

Eine Würdigung von Ordensfrauen und Laien. 

Wohl nur selten begegnet uns eine Person des öffentlichen Lebens, die innerlich so frei und furchtlos aus dem Glauben lebt und zugleich derart zugewandt und herzlich auf die Welt und die Menschen zugeht – wie Papst Franziskus. Die Gläubigen ermahnt er unermüdlich, nicht „die Heiterkeit, den Wagemut und die hoffnungsvolle Hingabe zu verlieren“1 und stattdessen „die Angst zu überwinden, die uns in uns selbst und in unseren Besonderheiten isoliert, damit wir demjenigen in die Augen schauen und zuhören oder damit wir auf Bedürfnisse verzichten können und so denjenigen zu begleiten vermögen, der am Straßenrand liegen geblieben ist.“2 Das meint der Papst natürlich nicht nur mit Blick auf Deutschland, sondern global, mit dem „Glaubenssinn der Gesamtkirche“ ...

Ein Beitrag von der Website www.bischof-friedrich-kaiser.de >>>


Bild: http://mjvv.org/2018/03/

Messdienertreffen in St. Antonius

Gestern drehte sich alles um das Thema Spielen! Gestartet haben wir mit einem Fotosuchspiel durch ganz Merfeld, bei dem die Kinder Bilder von Gegenständen oder Inschriften verschiedener Orte erhalten haben. Diese mussten sie dann finden und vor Ort noch eine Frage beantworten, die zu einem Lösungswort führte. Danach ging es im Pfarrheim mit weiteren Gruppenspielen wie "Wer wird Millionär" etc. weiter. Zum krönenden Abschluss gab es für alle noch eine leckere Portion Pommes!

Text und Fotos: Lena Wennemar

Schüler legen Rosen nieder

Ganz besonderer Besuch fand sich am Montagvormittag (27.1.) an der Dülmener Viktor-Kirche ein: Anlässlich des jährlichen Holocaust-Gedenktages und am 75. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz legten drei Schüler der Klasse 8 b der Hermann-Leeser-Schule unweit der Sakristei weiße Rosen ab. Der exakte Ort der Ehrung sollte der  „Stolperstein“ am Grundstück Bült 1 sein, wo bis 1938 die Eheleute Louis und Jenny Pins mit Tochter Johanna lebten. Da aber diese Gedenkmarke momentan abgebaut ist, legten die jungen Leute ihre Blumen direkt auf das gerade freigelegte Fundament des Hauses Pins.

Die Dülmener Viktorkirche war  bis 1945 im östlichen und südlichen Bereich von einer relativ kleinteiligen Wohnbebauung umgeben. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges wurden die verbliebenen Ruinen eingeebnet, die Fundament- und Mauerreste der Kellergeschosse blieben teilweise in der Erde. Die Parzelle des Hauses Pins (vor 1945: Kirchplatz 8) wurde später Teil der Außenfläche des St.-Anna-Kindergartens. Im Herbst 2007 wurden auf dem hier entlanglaufenden Fußweg drei „Stolpersteine“ zur Erinnerung an die Familie Pins verlegt.

Louis Pins, geb. 1874, war der Vorsteher der jüdischen Gemeinde Dülmens. In der Pogromnacht am 9./10. November 1938 wurde auch die Familie Pins bedrängt und die Wohnung demoliert; Louis Pins war zeitweise inhaftiert. Noch Ende 1938 verkaufte Louis Pins sein Haus für 25.000,- RM an die Kirchengemeinde St. Viktor, die allerdings die Immobilie 1939 der Stadt für die Einrichtung eines Heimathauses überlassen musste.  Im Frühjahr 1939 begab sich Louis Pins nach Hamburg, um dort die Ausreise seiner Familie vorzubereiten. Dort wurde er unter dem Vorwurf des „Devisenschmuggels“ verhaftet und verstarb, vermutlich nach Misshandlungen, am 12. Juni 1939 in Gestapo-Haft. Seiner Frau Jenny und Stieftochter Johanna gelang dann am 24. Dezember 1940 doch noch die Ausreise nach Uruguay.

„75 Jahre nach der Befreiung der NS-Vernichtungslager und in Zeiten neuer antisemitischer Umtriebe ist es nur wünschenswert, dass der bescheidene Rest des einstigen Privateigentums eines Repräsentanten jüdischen Lebens in Dülmen nicht nur materiell im Erdboden erhalten, sondern auch als begehbarer Erinnerungsort  ins öffentliche Bewusstsein gebracht wird“, findet Pfarrer Markus Trautmann, der die Jugendlichen begrüßte.

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