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Tagesfahrt ins Klosterdorf

Bericht vom 21. Mai 2017

 

Dülmener PilgergruppeAm Ende waren alle positiv überrascht, welche spirituelle Oase sich für eine Gruppe Dülmener Busreisender unvermutet erschloss: Die Rede ist von der Ortschaft Steyl bei Venlo, unweit der deutschen Grenze, wohin am vergangenen Samstag eine ganztägige Exkursion führte, die gemeinsam von der Familienbildungsstätte und von der Kirchengemeinde St. Viktor angeboten worden war. Auf einst fruchtlosen Sanddünen in einem Flussbogen der Maas war seit 1875 eine Gartenlandschaft mit einer weitläufigen Klosteranlage entstanden, die die Dülmener Gruppe am Samstag nach einer Überfahrt mit der Fähre erreichte. Im altehrwürdigen Stammhaus St. Michael, wo sich auch das Grab des hl. Arnold Janssen befindet, wurde die Gruppe mittels Film und Rundgang über das Werden und Wirken des Klosterdorfs an der Maas informiert.

Bis heute haben hier drei Kongregationen, die Arnold Janssen ins Leben gerufen hat, ihre Niederlassung. Zu dieser „Steyler Missionsgesellschaft“ gehört neben den beiden Zweigen der aktiven Missionare und Missionsschwestern auch die streng klausurierte Gemeinschaft der Anbetungsschwestern. „Es war überwältigend“, fasst FBS-Leiterin Irmgard Neuß ihre Eindrücke zusammen, „welche geistliche Tiefe und Herzenswärme diese Ordensfrauen ausstrahlen.“ Diese verbringen ihr ganzes Leben zwar freiwillig, aber buchstäblich hinter Gittern. Weltoffen und lebenspraktisch präsentieren sich dagegen die „blauen Schwestern“, in deren Konventsgebäude Pfarrer Markus Trautmann eine mittägliche Andacht mit spirituellen Impulsen hielt. Die Gründerin der Missionsschwestern, die selige Hendrina Stenmanns, stammt wie Arnold Janssen aus dem Bistum Münster. „Eindrucksvoll“, so Trautmann, „ wie beide trotz der Turbulenzen und antikatholischen Schikanen während des preußischen Kulturkampfs darauf vertrauten, dass Gott gerade in diesem äußeren Niedergang kirchlichen Lebens etwas ganz Neues schaffen würde.“ Gegenwärtig gehören rd. 10.000 Männer und Frauen zur Steyler Ordensfamilie; Hunderttausende haben seit dem 19. Jahrhundert als Exerzitien-Teilnehmer und Pilger Steyl besucht; die Leserschaft der Steyler Presserzeugnisse (z.B. „Weite Welt“ oder „Stadt Gottes“) reicht seit Arnold Janssens Zeiten in die Millionen.