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Ein Bild erinnert an den Kardinal von Galen

Bericht und Foto vom 9. August der Dülmener Zeitung, Louis Rauert 

 

KardinalvonGalen HamicoltViel ist nicht mehr übrig geblieben von den Worten des seligen Clemens August Graf von Galen, die am 4. August 1941, zum 50-jährigen Jubiläum der Benediktinerinnen im Kloster Hamicolt bei Rorup, durch selbiges hallten. Für Pfarrer Markus Trautmann kein Wunder: „Dass er ein Manuskript angefertigt hatte, halte ich für unwahrscheinlich, der Anlass war einfach zu gering. Deshalb sprach der damalige Münsteraner Bischof vermutlich frei.“

Ein einziges Zitat über die nationalsozialistischen Übergriffe auf das kirchliche Leben („Der Herr hat einst den Sturm auf dem Meere gestillt. Betet, dass er diesen Sturm bald beendet!“), das wohl einzige wörtliche seines Besuchs, konnte Trautmann in der im Bistumsarchiv gelagerten Klosterchronik allerdings noch aufstöbern.

Ebenso ein Bild, das den „Löwen von Münster“ in Begleitung von Rorups ehemaligem Pfarrer Ebbert sowie den Rektor des Hauses zeigt. Dieses Foto wurde auf DIN-A1-Format vergrößert und am Sonntagabend im Rahmen der Gedenkfeier, 75 Jahre nach dem Besuch von Galens in Hamicolt, in der Klosterkirche aufgehängt.

Gemeinsam mit den Schwestern der Gemeinschaft des neuen Weges vom heiligen Franziskus, die heute das Gebäude bewohnen, hielt Trautmann im Rahmen der Gedenkfeier eine kleine Andacht. Man wolle an das Leben von Galens und an die Visite im August 1941 und die durch den Russland-Feldzug im Juni und den Bombenangriff auf Münster im Juli ohnehin aufgewühlte Zeit des Jahres 1941 erinnern. Zahlreiche Ordenshäuser in der Umgebung waren damals enteignet und zu Lazaretten umfunktioniert wurden - nicht so in Rorup, Kloster Hamicolt galt aufgrund sehr enger Flure als ungeeignet.

Das sei auch die Zeit des Bischofs gewesen, so Trautmann. Besonders mit seinen drei berühmten Predigten in der St.-Lamberti- und der Liebfrauen-Überwasserkirche am 13. und 20. Juli und am 3. August 1941, nur einen Tag vor dem Besuch in Rorup, in denen er unter anderem die Willkür des Regimes, anmaßende Übergriffe im seelischen und pädagogischen Bereich sowie die systematische Deportation von Geisteskranken in die Vernichtung thematisierte, habe der spätere Kardinal für Aufsehen gesorgt und, wie Papst Johannes Paul II 1987 betonen sollte, „in einer Zeit der Lüge Zeugnis abgelegt für die Wahrheit“.