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Seinen Nächsten achten

Bericht der Bischöflichen Pressestelle Münster, Michaela Kiepe 

Wilfried Hölscher und Christiane BernshausenMit einem neuen Angebot startet der Sachausschuss Inklusion der katholischen Pfarrei St. Viktor ins neue Jahr. Die Aktiven laden in jedem Quartal zu einem „Mit-uns-Gottesdienst“ ein, in dem ein Bewusstsein geschaffen werden soll für die Verschiedenheit der Menschen. „Wir wollen sensibilisieren und auf unseren Nächsten aufmerksam machen“, bringt es Wilfried Hölscher vom Vorbereitungsteam auf den Punkt.

Der erste „Mit-uns-Gottesdienst“, der am Sonntag, 31. Januar, um 9.30 Uhr in der St.-Antonius-Kirche in Merfeld gefeiert wird, steht unter dem Motto „Einblick gewinnen“. „Es geht darum, ein Bewusstsein für Menschen zu schaffen, die nicht mehr oder nicht gut sehen können“, erklärt Christiane Bernshausen. Die 48-Jährige weiß, wovon sie spricht, denn sie ist selbst betroffen. Durch eine Augenerkrankung sind ihr nur noch zwei Prozent ihrer Sehkraft geblieben. Welche Einschränkungen sich für Betroffene ergeben, möchte die sechsköpfige Vorbereitungsgruppe den Gottesdienstbesuchern näher bringen. „Dazu werden wir beispielsweise Simulationsbrillen verteilen, mit denen Normalsehende einen Eindruck erhalten, wie es ist, kaum noch etwas zu erkennen“, berichtet Bernshausen. Und Hölscher ergänzt: „Zudem wollen wir in diesem Gottesdienst, den Pfarrer Werner Frye mit uns feiert, die anderen Sinne besonders ansprechen. Ein zentrales Element wird beispielsweise eine Meditation sein, bei der Klangschalen eingesetzt werden.“ Hilfsmittel anzufertigen, wie einen Liederzettel in besonders großer Schrift, ist für die Vorbereitenden selbstverständlich.

Eingeladen sind Betroffene ebenso wie alle Interessierten, erklärt das Bistum. „Uns ist es ein Anliegen, dass die Menschen eine Ahnung davon erhalten, wie es Menschen mit einer Sehbehinderung geht“, erklärt Bernshausen. Sie nennt Beispiele aus ihrem Alltag. Die Lieder aus dem Gotteslob lernt sie durch ständiges Wiederholen auswendig. „Bei der fünften oder sechsten Strophe muss ich dann aber oft passen“, gibt sie lachend zu. Ebenso hat sie ihren festen Sitzplatz in der Kirche. „Aber allein zur Kommunion kann ich nicht gehen. Auch beim Friedensgruß sehe ich nicht, ob mir jemand die Hand reicht“, berichtet sie. Da wünsche sie sich, dass Menschen einander gegenüber achtsam sind.

Die Termine für folgende Angebote stehen noch nicht fest. Geplant ist aber eine Maiandacht und ein Gottesdienst mit Gebärdensprache.