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Auf die nächsten hundert Jahre

Info vom 12. Juni 2014 aus der Dülmener Zeitung von Markus Michalak

Papst Franziskus erteilt der Heilig-Geist-Stiftung seinen apostolischen Segen
Dülmen. 
Wenn nicht zum 600. Geburtstag, wann soll man denn dann eine zünftige Party feiern?
Und so hatte es die Festkoordinatorin, Agnes Maria Terhart, im Blumen geschmückten Festzelt verstanden, eine Geburtstagsfeier zu organisieren, der es an nichts mangelte.
Es gab eine schöne Messe mit dem Weihbischof Dieter Geerlings, Gratulanten waren aus Stadt, Kreis, Land und sogar der Bundespolitik gekommen, der Chor der Kirchengemeinde Heilig Kreuz und die Chorgemeinschaft Dülmen sorgten für den musikalisch-feierlichen Rahmen, und natürlich war zum Jubiläum auch an erfrischende Kaltgetränke und einen üppigen Mittagsimbiss gedacht worden.
Im Mittelpunkt der schönen Geburtstagsfeier, zu der natürlich neben der Prominenz aus Klerus und Politik auch die Bewohner der Stiftung eingeladen waren, stand aber die wechselvolle Geschichte der ältesten katholischen Stiftung im Bistum Münster.
Hubert Deipenbrock, Geschäftsführer der Heilig-Geist-Stiftung brachte zum runden Jubiläum sogar Gratulationen aus dem Vatikan zu Gehör: Papst Franziskus lobte in seinem Schreiben das gute Zusammenleben von Jugend und Alter in der Stiftung und erteilte seinen apostolischen Segen.
Deipenbrock erwähnte auch die enge Zusammenarbeit mit dem Bistum Iasi in Ostrumänien. „Auf jede Spende legt unsere Stiftung im Jubiläumsjahr noch einmal dieselbe Summe oben drauf“, versprach er.
Stadtarchivar Dr. Stefan Sudmann zeigte sich in seinem Festvortrag - wie auch andere Festredner - überzeugt davon, dass die Heilig-Geist-Stiftung schon viel länger als 600 Jahre segensreich in und für Dülmen wirkt. „Zwar findet die Stiftung erstmals 1414 urkundliche Erwähnung, doch schon 1313 ist eine Marienbruderschaft in Dülmen bekannt, und es finden sich für das 14. Jahrhundert Belege, dass es bereits früh eine Armenfürsorge mit Unterstützung des Lübecker Bischofs gegeben hat.“
Nicht einmal die Franzosen hätten im 19. Jahrhundert die Trennung von Stadt und Kirche bei der Verwaltung des Heilig-Geist-Stifts durchgesetzt. „Obwohl der Präfekt die Möglichkeit hierzu durchaus gehabt hätte“, betonte Sudmann.
Erst die Nationalsozialisten machten die Heilig-Geist-Stiftung zu einem städtischen Altersheim, was dem ersten Stadtarchivar Dülmens das Recht verschaffte, im Stift verköstigt zu werden. Auch seine Kleidung wurde hier kostenlos gewaschen. „Aufgrund der guten Versorgung des Stadtarchivars durch die Bürgermeisterin ist das heute aber nicht mehr erforderlich“, versicherte Sudmann, dass er die Zeit insofern nicht zurückdrehen wolle.
Nicht nur Landrat Konrad Püning wies auf die moderne Struktur der Stiftung hin, ob Kurzzeitpflege, Betreutes Wohnen oder auch die hervorragende Zusammenarbeit mit der Heimaufsicht.
Die Heilig-Geist-Stiftung, das wurde deutlich, präsentiert sich als moderne Einrichtung, die auch die kommenden hundert Jahre souverän meistern wird. Natürlich heute wieder unabhängig von Stadt und Kirche.
Deipenbrock gratulierte auch dem langjährigen Vorstandsmitglied Hans Lemmen zu dessen 89-jährigem Geburtstag, und bedankte sich für 40 Jahre gute Zusammenarbeit. Kulinarisch sorgte das Team von Ullis Futterkrippe zum Gelingen des Geburtstagsfestes.